RÜCKSCHAU

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„Multiple Schicksale“ ein Film

Am Montag, den 16.01.2017 findet im Kino Capitol in der Biegenstraße 8 in Marburg um ca. 18.30 Uhr eine Podiumsdiskussion mit der Überschrift „Multiple Schicksale“, vom Kampf um die eigene Würde statt. Die Multiple Sklerose Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf veranstaltet diese
Diskussion im Zusammenhang mit ihrem 35. jährigen Bestehen.

Der Dokumentations-Film „Multiple Schicksale“ wurde auf Anregung der MS SHG Marburg-Biedenkopf ins Programm aufgenommen und wird am 16.01.2016 im Kino Capitol um 17.00 Uhr gezeigt. Anschließend ist Gelegenheit gegeben, mit dem Filmemacher Jann Kessler, mit dem
Dipl- Psychologen Jan Gramm vom Institut für Palliativpsychologie und mit dem Gruppenleiter Bernd Gökeler ins Gespräch zu kommen.

Podiumsdiskussion mit Heike Emmel MS SHG, Jann Kessler, Jan Gramm, Monika Dettke DMSG Hessen

Der Film wird außerdem an folgenden Terminen gezeigt:
Montag, den 23.01.2017 um 17.30 Uhr Capitol, Marburg
Mittwoch, den 25.01.2017 um 19.30 Uhr Capitol, Marburg

„Multiple Schicksale“ ist mit dem Übertitel „Auf der Suche nach den Chancen einer Krankheit“ überschrieben. Genau das ist der Aufhänger, warum die MS SHG diesen Film zur Diskussion stellt. Es wird nicht wie oft üblich die Darstellung des Verlaufs von Chronischen Erkrankungen abgemildert oder auf die medizinische Behandlung reduziert. Der Film stellt unverstellt die Frage, die das Leben mit Chronischer Erkrankung für die Betroffenen jeden Tag wieder stellt, wie führt man trotz, mit oder gerade wegen der Erkrankung ein selbstbestimmtes Leben und erhält dabei die von jedem selbst definierte Würde.
Es ist ein zentrales Thema der MS SHG in ihrem Wirken nach Innen, auf die Betroffenen, aber gleichzeitig auch im Vermitteln nach Außen, auf die Gesellschaft, eine Gesellschaft die sich all zu oft rein über Leistungsfähigkeit definiert und Krankheit und Behinderung rein als Defizit.
Chronische Kranke Menschen wollen vorrangig als Menschen behandelt werden und ihr Lebensweg nicht nur toleriert, sondern akzeptiert sein.
Nicht immer ganz einfach, wie der Film zeigt.
Welcher Anteil ist bei Chronischer Erkrankung der Kampf mit der Erkrankung, der Kampf um die Entwicklung und den Erhalt der eigenen Persönlichkeit oder der Kampf um ein barrierefreies Umfeld. Besonders die Barrieren in den Köpfen sind schwer zu überwinden. Behindern ist aber heilbar!
Menschen mit Chronischen Erkrankungen, wie der Multiplen Sklerose, sind oft unheimlich kreativ und kraftvoll, wahre Meister*innen des Lebens und trotz Rückschlägen oft lebensbejahend und lebensfroh. Daran lassen auch die 7 im Film Porträtieren keinen Zweifel aufkommen, sondern machen Mut.
Die Podiumsdiskussion gibt Gelegenheit ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen, im Kampf um die eigene Identität, den alle Menschen das ganze Leben ausfechten, mit oder ohne Chronische Erkrankung, mit oder vermeintlich ohne Behinderung. Alle Menschen sind auf Inklusion angewiesen, Multiple Schicksale sind überall.

Bernd Gökeler

Filmemacher Jann Kessler

Motologie Kurs

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Motologie als völlig neue Erfahrung

Im Rahmen des Jahresprogramms der DMSG 2016 fand diesmal der von der MS SHG Marburg-Biedenkopf organisierte und finanzierte Kurs Motologie statt. Motologie ist vereinfacht ausgedrückt die Wirkung der Psyche auf die Bewegung und umgekehrt. In Kooperation mit der Universität Marburg fand zum 5. mal dieser Therapiekurs statt, der für alle Beteiligten besonders ist. In diesem Sommersemester haben die beiden Studentinnen Lea Hackl und Sina Leu den Kurs geleitet, bzw. die Hinführung zu dem was man selbst braucht begleitet. Die eigenen Möglichkeiten wurden erfahrbar gemacht, die Wahrnehmung für sich selbst gestärkt, Ängste konnten überwunden werden, der geschützte Rahmen machte vieles leichter, z.T. auch die Annahme der eigenen Grenzen. Es wurde nicht, wie meist am Körper gearbeitet, sondern mit dem Körper. Die Frage wo „bin ich“ half die eigene Balance zu finden.

Und das half nicht nur den MS-Betroffenen. Sina Leu und Lea Hackl nehmen ebenfalls viel Hilfreiches in den bevorstehenden Berufseinstieg mit. Der Kurs wird von der MS SHG aufgrund der wieder sehr guten Erfahrungen im WS 2016/17 fortgesetzt.

Bernd Gökeler

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Fotos privat

Rheinsberger Gruppenfreizeit

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Erholung in der Prinzenresidenz

Rheinsberg, die Prinzenresidenz von Friedrich dem Großen und später seinem Bruder Heinrich, war die gelungene Kulisse für 24 Mitglieder der MS-SHG Marburg-Biedenkopf um 7 erholsame und abwechslungsreiche Tage zu genießen. Auftakt war eine Tour im barrierefreien Kremser durch die wunderbare Landschaft, vorbei an den Vorwerken und durch den hinteren Schlosspark. Besonderen Eindruck machte beim Ausflug in die Landeshauptstadt Schwerin das repräsentative Schloss durch seine exponierte Lage auf einer Insel.

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Halb Berlin stammt in Handarbeit aus dem Ziegeleipark Mildenberg, dessen barrierefreie Museumsbahn einen extra Halt auf freier Strecke für die Gruppe einlegte. Meerfeeling entstand bei der Fahrt über den Müritzsee, einen der größten Binnenseen. Der Zielort Waren bot mit Müritzeum, Seepromenade oder der Altstadt einen schönen Abschluss. 11 Personen mit Rollstuhl, 2 mit Rollator, 3 Ehrenamtliche Kräfte und eine 24 Stunden Assistenz nutzten die Zeit für viele bleibende Eindrücke, die auch durch die gute Stimmung Probleme des Alltages und der Erkrankung vergessen bzw. verblassen ließen.                                                                                                 Bernd Gökeler

 

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Fotos privat

Bundesteilhabegesetz – Gespräche mit Dr. Stefan Heck MdB und Angelika Löber MdL

Gespräch zum Bundesteilhabegesetz mit Dr. Stefan Heck MdB, am 01.07.2016 13.00 Uhr, danach mit Angelika Löber MdL um 14.30 Uhr in Hachborn

Vertreter*innen der Fachgruppe Behindertenhilfe des Paritätischen Hessen haben alle Mitglieder des Bundestages und des Landtages aus dem Wahlkreis Marburg-Biedenkopf eingeladen um über das Bundesteilhabegesetz zu sprechen.

Dr. Stefan Heck, MdB, traf sich am 29.06.2016 um 13.00 Uhr in Hachborn um sich mit Vertreter*innen der Fachgruppe Behindertenhilfe über das Bundesteilhabegesetz
auszutauschen. Besonders die juristische Betrachtung stand im Vordergrund. So fällt das neue BTHG hinter die aktuelle Rechtsprechung in Fragen der Teilhabe von Menschen mit Behinderung zurück. Die Anforderungen der UNBRK werden nicht umgesetzt oder mit vorangestelltem „möglichst“ bis zur unkenntlich abgemildert, so die Vertreter*innen der Behindertenhilfe. Herr Heck nahm ebenfalls den Widerspruch
zum im Grundgesetz fixierten Benachteiligungsverbot auf. Stichworte wie Zwangspoolen von Leistungen, Pflegeleistung vorrangig zur Teilhabeleistung, Abschaffung der bisherigen Prämisse ambulant vor stationär, Aufweichung des Wunsch und Wahlrechtes, wurden anhand von praktischen Beispielen durch-dekliniert, um die Verschlechterungen im BTHG im Vergleich zum bestehenden Anspruch aus dem SGB plausibel zu machen. Bereits der dem BTHG vorangestellte Behinderungsbegriff bedeutet eine gravierende Einengung des anspruchsberechtigten Personenkreises. Menschen mit Sinnesbehinderungen, Menschen mit Psychischen Erkrankungen, Menschen mit Suchterkrankungen etc. fallen vermutlich komplett aus der Teilhabeleistung, weil sie nicht in mindestens 5 von 10 Bereichen Unterstützungsleistung benötigen. Herr Dr. Heck will die vorgetragenen Argumente in den Parteigremien und im Anhörungsverfahren einbringen.

Direkt im Anschluss um 14.30 Uhr war Frau Angelika Löber MdL zu Gast.
Die Vertreter*innen der Behindertenhilfe stellten heraus, dass „Fordern und Fördern“, wie man es aus dem BTHG herauslesen kann, dem Menschen mit Behinderung nicht gerecht wird. Menschen mit Teilhabe und Pflegebedarf profitieren von den geringfügig erhöhten Einkommensgrenzen und der Vermögensfreigrenze nicht. Ein erheblicher Teil der Menschen mit Behinderung erhält Grundsicherung und bleibt damit ohnehin in der Armutsfalle. Die Einführung der Wirksamkeit der Teilhabeleistung führt dazu, dass Menschen mit Behinderung in Kategorien je nach Leistungsfähigkeit sortiert werden. Erwerbstätige erhalten mehr Leistungen als Erwerbsfähige, die wiederum mehr als Erwerbsunfähige. Das Menschenbild verändert sich. Status Quo Erhaltung, ein unverzichtbares Ziel, wurde aus dem Zielkatalog der Teilhabeleistung ganz gestrichen. Frau Löber konnte aus eigenen Erfahrungen aus ihrem Umfeld bestätigen, wie wichtig der kontinuierliche Versuch der Teilhabe ist, unabhängig davon, ob schon zu Beginn, wie im Gesetz gefordert, der Sozialhilfeträger die Zielerreichung eindeutig bejaht und nur dann auch bezahlt.

Frau Löber MdL und Herrn Dr. Heck MdB wurde die Infomappe zum BTHG des DPWV überreicht und die Hauptforderung „Bundesteilhabegesetz – so nicht“ mit in die weitere politische Debatte gegeben.

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Foto (Q.: Bernd Gökeler), von links:
Bernd Gökeler, DMSG Landesverband Hessen e.V. MS SHG Marburg-Biedenkopf
Brigitte Roth, Referentin Behindertenhilfe und Psychiatrie Paritätischer Hessen e.V.
Angelika Thielicke, Vorstand Spectrum e.V.
Alexander Mühlberger, Geschäftsführer Lebenshilfe Hessen e.V.
Angelika Löber, MdL, SPD
Dr. Stefan Heck, MdB, CDU

Ebsdorfergrund, 10.02.2016 Bernd Gökeler

Kommunikation in der Tierwelt – Ausflug in den Opel-Zoo

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Tiere belauscht

Eine der wenigen frühsommerlichen Regenpausen nutzend fuhr die MS-SHG Marburg-Biedenkopf Anfang Juni in den Opel-Zoo. Zur Begrüßung schlug vor dem Eingang ein Pfau sein eindrucksvolles Rad. In 2 Gruppen gingen die Führungen los, Schwerpunkt war die Kommunikation bei Tieren. So unterhalten sich Giraffen mit Infraschall, zu tief um sie mit dem menschlichen Ohr wirklich zu belauschen. Neben anderen Lauten nutzen Elefanten ebenfalls Infraschall, es wird sogar vermutet, dass sie diesen mit den Fußsohlen wahrnehmen können.

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Die Stachelschweine zeigten in voller Erregung ihre Widerborstigkeit, Erdmännchen verfügen für jeden Feind über einen speziellen Warnschrei und Hyänen signalisieren mit verschiedenen Duftstoffen. Der Duft von Pommes und Bockwurst gab das eindeutige Signal im Anschluss an die Führung eine Pause zu machen. Danach gab es je nach Leistungsfähigkeit des Einzelnen und Steigungsfähigkeit des Rollstuhles 27 ha Zoogelände, 230 Tierarten und 1.600 Tiere zu erkunden. Aber auch wer weniger aktiv sein wollte konnte ein Eis genießend den wunderbaren Blick über die Afrika Savanne bis nach Kronberg schweifen lassen. Im Vordergrund ein künstlicher Affenbrotbaum, pflegeleicht wie ihn sich der kleine Prinz gewünscht hätte, im Hintergrund das Schloss Friedrichshof.

Ebsdorfergrund, den 17.6.2016 Bernd Gökeler

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