8 Tage freie Zeit

8 Tage freie Zeit

04.09.2014
Die Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf macht sich Ende Juli auf, 8 Tage in der Lüneburger Heide Schäfchen zu zählen und abzuschalten.

Ziel war das Gästehaus Bad Bevensen. Von dort erreichte man den jungen Kurort Bad Bevensen mit einer vorbildlich barrierefreien futuristischen Elektrobahn. Tagesausflüge u.a. nach Hösseringen in das Museumsdorf das bäuerliches Leben der letzten Jahrhunderte vermittelte, nach Ebstorf in das dortige Kloster mit einer unglaublichen Weltkarte aus dem 13. Jh., nach Hodenhagen in den Serengeti-Park mit wilden Tieren der verschiedenen Kontinente auf Du und Du und nach Lüneburg, in die von der Hanse geprägten Stadt, dort erlebten wir eine in Sachen Barrierefreiheit vorbildliche Stadtführung trotz alter Bausubstanz. Höhepunkt war die Kutschfahrt durch ein Stück bilderbuchhafte Heidelandschaft, vorbei am Löns-Stein. Die Gruppenmitglieder rückten spürbar zusammen, allein das ein Grund für weitere Gruppenfreizeiten.
Bernd Gökeler

Historischer Moment in Berlin

Historischer Moment in Berlin

04.07.2014
MS Selbsthilfegruppe erlebt historischen Moment in Berlin: Die Multiple-Sklerose Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf war auf Einladung von MdB Sören Bartol (SPD) und getragen vom Bundespresseamt zu einer 4 tägigen politischen Bildungsreise in Berlin.

Bereits am 2. Tag konnten die Mitglieder der MS SHG einen historischen Moment miterleben. Beim Besuch im Reichstag, auf den Besuchertribünen des Bundestages sitzend, folgten Sie der Debatte über den Mindestlohn und sahen die erste namentliche Abstimmung zu diesem Tagesordnungspunkt. Ein CDU Abgeordneter stellte die Entscheidung über den Mindestlohn von 8,50 € in den historischen Zusammenhang und zitierte Ludwig Erhardt, mit den Worten „Wohlstand für alle“.

Die Atmosphäre das Zentrum der Macht einmal in Aktion mitzuerleben, wird bei den Gästen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In Erinnerung wird sicher auch der Satz des Abgeordneten Prof. Dr. Matthias Zimmer (CDU) bleiben, „Man muss nicht das Soziale ökonomisch denken, sondern muss das Ökonomische sozial denken“. Ein wichtiger Ansatz bei zukünftigen Regelungen des Gesundheitswesens, der Pflegeversicherung und des Nachteilsausgleiches für Menschen mit Behinderung. Die UN-Konvention der Inklusion bleibt unter dem Diktat des Finanzierungsvorbehaltes, der rein ökonomischen Betrachtung, in vielen alltäglichen Lebensbereichen nur Theorie.

Mindestens genauso bedeutsam war das als leider zu kurz empfundene Zusammentreffen mit dem Einladenden Sören Bartol, der sich und seine Arbeit vorstellte und dann mit den Gästen in einen fruchtbaren Austausch um barrierefreies bezahlbares Wohnen, barrierefreie Infrastruktur und die Lebensleistungsrente ging.

Als Gastgeschenk und mit Worten des Dankes überreichte ihm der Gruppenleiter der MS SHG Bernd Gökeler im Namen aller Mitglieder ein Präsentkorb mit marburger bzw. hessischen Spezialitäten, Herr Bartol war sichtlich überrascht und erfreut.

Zeit für eine politische Debatte war ebenfalls beim Besuch des Umweltministeriums, dem seit dieser Legislaturperiode auch das Bauwesen untergliedert ist.

Von besonderer Brisanz war den Behinderten Gästen auch da das Thema bezahlbarer barrierefreier Wohnraum, aber auch die 2. Miete, resultierend aus Strom, Wasser und Abwasser.

Politische Entscheidungen haben aus nachvollziehbaren ökologischen Gründen die Kosten enorm erhöht. Für Menschen mit geringem Einkommen, wie Erwerbsminderungsrente, sind sie kaum noch zu schultern. Als Ergebnis der regen Diskussion forderte stellvertretend für die Gruppe Bernd Gökeler dazu auf, bei der Entwicklung neuer Gesetze die möglichen sozialen Verwerfungen mitzubedenken. Krankheit/Behinderung ist eines der größten Armutsrisiken in Deutschland.

So wie die politische Bildungsreise zuerst vom Erleben der aktuellen Demokratie geprägt war, so wurde das folgende Programm zum geschichtlichen Rückblick in 2 totalitäre Systeme. Der Besuch der Gedenkstätte Topographie des Terrors führte die Unmenschlichkeit des III. Reiches vor Augen und dort gesondert den Umgang mit Menschen mit Behinderung. Die Frage nach dem Wert eines Lebens strahlt bis in die heutige Zeit.

In der Gedenkstätte Bernauerstraße wurde die Gewalt der Trennung durch die Mauer erklärt, der Versuch das unfassbare fassbar zu machen.

Die politische Stadtrundfahrt verband die Spuren des Gestern mit dem Erscheinungsbild der Stadt von heute.

An das reichhaltige und nicht immer leicht verdauliche Programm schloss sich dann am Freitagabend der Sieg der deutschen Fußballmannschaft an, der Autokorso vor dem Hotel wollte kaum enden.

Aber nicht nur die MS SHGruppenmitglieder haben viel gelernt. Nach eigenen Worten hat Herr Hesse, Leiter des Wahlkampfbüro von Sören Bartol, der die Reise begleitet hat, darüber viel gelernt, wie beschwerlich es für Rollstuhlfahrer ist im öffentlichen Raum zurecht zu kommen und wie viel Hilfe von anderen es bedarf um Barrieren zu bewältigen.

Ein politische Bildungsreise, bei der das Erfahren in doppeltem Wortsinn wichtig war und sicher eine Wiederholung lohnt.
Bernd Gökeler

Mit dem Rolli den Bäumen aufs Dach steigen

Mit dem Rolli den Bäumen aufs Dach steigen

06.06.2013
Bei bestem Wetter machte sich die Gruppe mit gespannter Erwartung auf Richtung Edersee, ein schon öfter angesteuertes und lohnendes Ziel. Diesmal stand der laut Prospekt barrierefrei gestaltete Baumkronenpfad auf dem Programm. 2 kleinere Gruppen machten sich mit je einem/r RangerIn auf um den sehr lehrreichen Weg bis zum eigentlichen Baumkronenpfad zu überwinden.

Dank der E-Rollis und der trockenen Wege war dies auch gut möglich. Die Führung öffnete erst die Augen für die Besonderheiten an denen man sonst leichtfertig vorbeilaufen würde, was wirklich schade ist. So sind Bäume mit Spechthöhlen besonders geschützt, weil die verlassenen Höhlen später vielen Tierarten Unterschlupf bieten. Eine Station gab einen Einblick in schöner Wohnen für den Dachs und seine Familie. Essbares wurde am Wegesrand entdeckt und probiert und über die Art der Verbreitung der Eiche nördlich der Alpen gerätselt ...

Der Aufstieg zum Baumkronenpfad selber beginnt mit einem organischen Kunstobjekt das einen regelrecht umfängt. Die Stelzenkonstruktion aus Stahl und Holz fügt sich wunderbar in die Baumlandschaft ein. Es ist im wahrsten Sinne ein erhebendes Gefühl mit dem Rolli auf die Höhe der Baumkronen zu kommen. Noch einmal belohnt wird der Aufstieg am Ende durch einen phantastischen Blick auf/über den Edersee.

Ein gemeinsames Mittagessen stärkte alle um dann nach kurzer Weiterfahrt den Edersee von der Staumauer aus zu genießen. Im Kaffee um die Ecke klang der gelungene Tag aus.

Bernd Gökeler

Umfairteilen, 5 vor 12

Umfairteilen, 5 vor 12

06.06.2013
5 vor 12 rief das Bündnis Umfairteilen zum flash-mob in der Biegenstraße in Marburg auf. Es wurden Süßigkeiten umfairteilt, symbolisch für die Forderung fairer die erwirtschafteten Leistungen in der deutschen Gesellschaft zu verteilen. Im Bundesbankbericht, der diesen Monat veröffentlicht wurde, steht, dass es kaum ein Land in der EU gibt, in dem die Schere zwischen reich und arm so weit auseinandergeht wie in Deutschland.

Chronisch Kranke Menschen spüren den Abbau von solidarischen Leistungen schon lange, u.a. sinken durch Veränderung der Rentenformel die Erwerbsunfähigkeitsrenten für die meist jung an der Erkankung Betroffenen-Menschen, muss für neue Rollstühle und Rehaaufenthalte immer öfter geklagt werden und jetzt sollen an Multiple-Sklerose Erkrankte Menschen auch noch aus der Chroniker-Regelung herausfallen.

Das würde bedeuten, dass die Grenze der Zuzahlung für die Betroffenen bei 2 statt wie bisher bei 1 Prozent des Einkommens liegt und dass Ärzte wieder bei Rezepten und Verordnungen an das Budget gebunden wären, was sie bei Chronikern nicht sind. Dies hätte eine Reduzierung u.a. der Verschreibung von Krankengymnastik zur Folge.

Grund also für die Multiple-Sklerose Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf das regionale Aktionsbündniss Umfairteilen zu unterstützen und auch bei dem flash-mob Präsenz zu zeigen.

Nur in einer Gesellschaft in der die unverhandelbaren Bedürfnisse der Schwächsten, also auch der Kranken selbstverständlich gedeckt sind, insbesondere in einem der reichsten Länder der Welt, zeigt ein menschliches Angesicht.

Sozialstaat heißt einen Rettungsschirm der Menschlichkeit aufzuspannen, solidarisch mit den Menschen zu sein, die ihre Situation weder selber verschuldet haben noch diese ändern können.
Bernd Gökeler

Marburger Vereinsmesse am Samstag, den 13.04.2013

Marburger Vereinsmesse am Samstag, den 13.04.2013

01.04.2013
Organisiert durch Arbeit und Bildung e.V. fand die 4 Vereinsmesse in der Stadthalle in Marburg statt, die größte ihrer Art in Deutschland. Fast 100 Vereine waren versammelt um zu zeigen, welches breite Angebots-Spektrum sie abzudecken vermögen. Von A wie Alzheimer-Gesellschaft oder Ausländerbeirat bis W wie Waggonhalle Kulturzentrum oder Weitsprung Reisen ohne Barrieren.

Mitten drin die Multiple-Sklerose Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf mit einem extra großen Infostand. "Die Gespräche mit MS-Betroffen, deren Angehörigen oder Freunden war so intensiv und persönlich, wie man es bei einer solchen Veranstatung kaum erwarten würde", so Bernd Gökeler, der Gruppenleiter der MS-SHG. "Auch wir haben von den anderen Inofständen profitiert, der gegenüberliegende Stand zur Psychomotorik ergänzte unseren Vortrag über Motologie (Wirkung der Bewegung auf die Psyche und umgekehrt) beim letzten Gruppentreffen hervorragend durch die praktische Anwendung", so Bernd Gökeler weiter. Die Messe wurde ergänzt durch ein informatives Rahmenprogramm mit dem Schwerpunkt Integration von Migranten in das Vereinsleben. Unter anderem sind in den Organisationen der Selbsthilfe nur ganz wenige Migranten Mitglied.

Die fast 100 Vereine sind nur ein kleiner Ausschnitt der aktiven Gruppen in Marburg. Die Messe ermöglichte aber für die Öffentlichkeit und für die Politik hinter den vielen vielen unentbehrlichen ehrenamtlichen Leistungen die aktiven Gesichter wahrzunehmen. Eine geballte "Ladung" Gemeinnützigkeit, ohne die unsere Gesellschaft ganz anderst aussehen würde, für jeden von uns.

Bernd Gökeler

Außergewöhnliche Ehrung für außergewöhnliche Leistung

Außergewöhnliche Ehrung für außergewöhnliche Leistung

14.01.2013
Alfred Peilstöcker erhielt am 14.01.2013 die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland als Anerkennung der 37 Jahre Pflege seiner an MS erkrankten Frau Elli.

von link: Elli Peilstöcker, Landrat Robert Fischbach, Alfred Peilstöcker, hessischer Finanzminister Dr. Thomas Schäfer; Oberhessische Presse, Manfred Schubert

Im Landratsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf lobte der Landrat Robert Fischbach, dass Herr Peilstöcker nicht Dienstleister für die Pflege in Anspruch nimmt, sondern diese Aufgabe trotz eigener körperlicher Einschränkungen nach wie vor selber wahrnimmt. Der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer hob bei der Überreichung hervor, dass nur selten der Dienst am Allernächsten in dieser Weise gewürdigt wird. Pflege ist eine Leistung vom Pflegenden aber auch vom zu Pflegenden, also gebührt die Ehrung der ehelichen Gemeinschaftsleistung, betonte Bernd Gökeler, Gruppenleiter der MS-SHG Marburg-Biedenkopf, in der das Ehepaar Peilstöcker seit vielen Jahren reges Mitglied ist.

Der Geehrte Alfred Peilstöcker seinerseits dankte von Herzen, gab aber zu bedenken, dass als Maßgabe im Umgang mit Pflegebedürftigkeit und Behinderung Menschlichkeit und nicht nur betriebswirtschaftliches Kalkül stehen muss. So war das Ehepaar Peilstöcker gezwungen, wegen der Versorgung mit einem Rollstuhl vor dem Sozialgericht zu klagen, gewannen die Klage und muss trotzdem immer noch auf das Hilfsmittel warten. Ein demütigender und entwürdigender Zustand, der leider kein Einzelfall ist, wie Herr Gökeler mit einigen weiteren drastischen Beispielen belegte. Die anwesenden Politiker versprachen sich persönlich um die Angelegenheit kümmern. Auf die Auszeichnung folgt somit auch noch aktive Hilfe, eine gelungene Ehrung.
Bernd Gökeler

Bernd Gökeler

Ausflug nach Bad Salzhausen am 14.06.2012

Ausflug nach Bad Salzhausen am 14.06.2012

01.06.2012
Nach Auflösung des morgendlichen Nebels fuhr die MS-SHG los um sich in Bad-Salzhausen in der Hessenstube mit Kaffee und Kuchen zu stärken , um dann von dort aus den Kurpark zu erkunden.

Tulpenbaum/Park Bad Salzhausen; Q.: Foto Günter Hahn

Vorbei am Landgrafenteich ging es zu der Baumsammlung, die bereits auf das Jahr 1826 zurückgeht. Über 300 Gehölzarten prägen den 52 Hektar großen Park. Die feuchte Luft des Gradierwerks, das mit dem Rolli befahren werden kann, war eine schöne Erfrischung. Das alte Wasserrad, welches über eine lange Mechanik eine der Brunnenpumpen antreibt zeigt eindrücklich, wie mühsam die Salzgewinnung lange Zeit war.

Besonderen Anklang fand u.a. ein blühender Tulpenbaum und eine fast 30 meter hohe Sumpfzypresse. Ein weiterer Anziehungspunkt war ein Mineraliengeschäft, manch Schmuckstück wechselte so den Eigentümer.

Rundum war es ein gelungener Ausflug, gekrönt durch das unerwartet schöne Wetter.

 Bernd Gökeler

„Mein Leben mit MS“ – Welt-MS-Tag am 30.05.2012

"Mein Leben mit MS" - Welt-MS-Tag am 30.05.2012

30.05.2012
Mein Leben mit der Krankheit mit der 1.000 Gesichter, mit Multiple-Sklerose. Das Motto des diesjährigen und damit 4. Welt-MS-Tag soll zeigen, wie man das Leben gestalten kann mit und trotz der chronischen Erkrankung MS, einer chronischen Entzündung des Zentralen-Nervensystems.

Die Diagonose erfolgt meist im jungen Erwachsenenalter und ist ein Schock, zukünftig begleiten einen nicht nur die symptomatischen Folgen der Krankheit, sondern das ganze Leben steht unter einer neuen erschütternden Überschrift. Die Folgen der Multiplen-Sklerose sind trotz medizinischer Versorgung nich klein zu reden, denn das Leben mit einer nicht heilbaren Erkrankung, von der man nicht weiß, was sie morgen mit einem macht, wo die nächsten Ausfälle entstehen etc. ist nicht "normal" zu nennen. Und gerade deswegen ist es wichtig, wie man diesen außergewöhnlichen Lebensweg so gestaltet, dass er wieder ein Stück Normalität erlaubt, Erüllung gibt und nicht nur Verluste zählt, Perspektiven zulässt und nicht nur ein Warten auf den nächsten Krankheitsschub darstellt.

Es gilt ein Leben mit Multiple Sklerose zu entwickeln, nicht gegen MS, also ein Probieren der verbliebenen Möglichkeiten. MS ist ein ungebetener Gast im Leben, den man zwar verachten kann, aber der sich immer wieder in den Vordergrund drängen wird, der vieles Abseits stellt und unmöglich werden lässt, dem die Betroffenen aber die Gewalt über das ganze Leben mühsam wieder und wieder streitig machen. MS bedeutet nicht automatisch Leben im Rollstuhl, es ist also besser als befürchtet, in vielen Lebenssituationen ist es dennoch dramatischer und drastischer als erträglich. Wer kann sich schon vorstellen z.Bsp. mit 24 Jahren in Erwerbsunfähigkeitsrente zu gehen, abgeschnitten von der zur Identität in unserer Gesellschaft gehörenden beruflichen Karriere und ohne Aussicht auf ein auskömmliches Einkommen. Und dennoch sind MS-Erkankte keine Trauerklöße, sondern führen ihr Leben, das sie sich nicht aus der Hand nehmen lassen, mit viel Elan. Besonders eindrücklich wird dies bei den Treffen der MS-Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf. Denn dort heißt es UNSER Leben mit MS, d.h. MS-Betroffene treffen sich um durch den Austausch der Erfahrungen über die Erkrankung leichter damit fertig zu werden, aber viel mehr noch um Spaß zu haben, Kontakte zu pflegen, Raus zu kommen, einfach um etwas zu erLEBEN.

Zum Welt-MS-Tag am 30.05.2012 von 10.00 bis 17.00 Uhr brachte die MS-SHG-Marburg-Biedenkopf all dies den Passanten in der Universitätstraße in Marburg durch einen Infostand und die persönliche Konfrontation näher. Bernd Gökeler, der Leiter der Selbsthilfegruppe ist zufrieden darüber, dass es wieder gelungen ist, so vielen Menschen zeigen zu können, dass Leben mit MS keine graue Theorie ist, sondern dass die drastische Realität einer unheilbaren Krankheit mit fröhlichen Gesichtern verbunden sein kann.

Text: Bernd Gökeler

Feierstunde zum 30-jährigen Bestehen der MS-Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf 2011

Feierstunde zum 30-jährigen Bestehen der MS-Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf 2011

25.09.2011
Am Samstag den 24.09.2011 beging die Multiple-SkleroseSelbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf ihr 30-jähriges Bestehen. Viele Gäste feierten im großen Saal des Bürgerhauses Marburg-Moischt mit. Betroffene, Angehörige, Helferinnen, Interessierte und Personen aus Politik, Wirtschaft und Sozialverbänden waren anwesend. Bei der Begrüßung stellte Bernd Gökeler, Mitglied des Leitungsteams, die MS-Betroffenen besonders heraus, indem gängige Vorurteile dem tatsächlichen Krankheitserfahrungen gegenübergestellt wurden.

hinten links: Ingrid Mertins, Frank Lehmann, Monika Dettke, August Lehr, Helga Talarowski, Klaus Homberger, Christina Schick, Boonta Wisniewski, Hildegard Göbel. vordere Reie v. l. Margret Wimmel, Jean Wisniewski, Bernd Gökeler

Selbsthilfe ist seit 30 Jahren der Weg, dass sich die Schwerkraft der Erkrankung nicht als erstes auf die Mundwinkel auswirkt. "Sebsthilfe ist das einzige Medikament, dass jeder jedem zu jeder Zeit geben kann, ohne Arzt und Apotheker".

Er betonte, dass es dabei auf das Miteinander ankommt, auf tätige Hilfe und auf die für die Gruppe existentiellen Spenden, dankte für die Vergangenheit und warb für die Zukunft. Aus der Gründungszeit der Gruppe wurden für Ihre Pionierarbeit geehrt : Hilde Schwarz, Pia Jaschek, deren Vater Erich Donges zum ersten Leitungsteam der Gruppe gehörte und Klaus Gattermann, ebenfalls Mitglied des ersten Leitungsteam, der leider nicht anwesend sein konnte. Für den besonderen Einsatz insbesondere bei der Vorbereitung und Umsetzung der 30-Jahr-Feier wurde Renate Klein und Lisa Störiko herzlich gedankt.

Schirmherr der Veranstaltung war der Oberbürgermeister von Marburg, Egon Vaupel, der in seiner Rede besonders den Wert der Selbsthilfe für die Lebensqualität in der Stadt herausstellte.

Die Bedeutung der Lobbyarbeit der Gruppe betonte der stellvertretende Landrat und Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern in seinem Grußwort. In Vertetung von Dr.Thomas Spies gratulierte die Stadtverordnete Johanna Seelig.

Auf der Welle der Selbsthilfebewegung in den 80-igern gründete sich in Marburg eine der ersten Gruppen des DMSG Landesverbandes Hessen, so Monika Dettke, Leiterin Soziale Dienste der DMSG, die einen Überblick über die Historie der Gruppe gab.

Der allen aus der ARD bekannte Börsenspezialist Frank Lehmann verlieh im Namen des Vorstandes 6 Goldene (Hildegard Göbel, Bernd Gökeler, Ingrid Mertins, Christina Schick, Helga Talarowski, Margret Wimmel, und 4 Silberne Ehrennadel (Klaus Homberger, August Lehr, Boonta und Jean Wisniewski) der DMSG als Anerkennung für Langjährige ehrenamtliche Tätigkeit.

Für die musikalische Umrahmung des offiziellen Teils sorgte gekonnt das Bläserorchester des VFLMarburg.

,,Lichtblicke'' gab es im Unterhaltungsteil durch die Tanzsportgruppe Marburg, magische Momente setzte der Zauberer Jonas und nachdenkliche musikalische Töne steuerte Anja zur Nieden bei.

Text : Bernd Gökeler

Auf den Spuren der Hohenzollern 2011

Auf den Spuren der Hohenzollern 2011

21.06.2011
Die Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf brach am 20.06.2011 mit Gästen aus Gießen und Eschwege zu einer achttägigen Freizeit nach Potsdam auf. Herberge war das Hotel Ascot-Bristol in Potsdam- Drewitz.

Programmbeginn, eine Stadtrundfahrt durch Potsdam mit anschließendem Besuch der Altstadt, insbesondere des holländischen Viertels. Am Tag darauf folgte eine Tour durch Berlin, mit Ausstieg am Brandenburger Tor. Die Reisegruppe gliederte sich auf, manche besichtigten den Ort der politischen Realität im Reichstag, andere gingen zu Madame Tussaud, um die Prominenz in Wachs gegossen zu erleben. Papst Benedikt, Obama, Gerhard Schröder und insbesondere Robbie Williams hielten fürs Foto ganz still.

Der vierte Tag begann mit einer Hiobsbotschaft, der Bus war in der Nacht auf einer Seite mit Graffiti verunstaltet worden. Die polizeiliche Aufnahme musste abgewartet werden.

Für die Mehrheit schloss sich der Besuch des Pergamon Museums an, die Welt der Antike wurde erlebbar, eine kleine Gruppe besichtigte den Berliner Dom und die im Jugendstil gehaltenen Hackeschen Höfe, eine Oase im Großstadtgetriebe.

Tag 5 war der Tag der Kontraste zwischen Sein und Schein im gestern und heute. Die Filmstudios in Babelsberg oder der Park von Sanssouci waren die Alternativen.

Tag 6 hatte der wunderbare und vor allem so gelassene Busfahrer Christoph seinen gesetzlich verordneten Ruhetag.

Der neue Garten mit Cecilienhof, Marmorpalais und Meierei machten die Bau und Gartenkunst der Hohenzollern, bis 1917 auf insgesamt ca. 270 Hektar, als Ausschnitt erfahrbar. Tags darauf zeigte sich Berlin von seiner grünen Seite, auf der Spree und dem Landwehrkanal wurde die Innenstadt noch einmal eindrücklich. Man sah vor lauter Bäumen die Stadt nicht. Berlin und Potsdam sind insbesondere für Rollifahrer kein leichtes Pflaster, die Sehnsucht Friedrichs des Großen nach einem Platz ohne Sorgen, einem Sanssouci beschlich uns auch immer wieder.

Text: Bernd Gökeler