„Mein Leben mit MS“ – Welt-MS-Tag am 30.05.2012

"Mein Leben mit MS" - Welt-MS-Tag am 30.05.2012

30.05.2012
Mein Leben mit der Krankheit mit der 1.000 Gesichter, mit Multiple-Sklerose. Das Motto des diesjährigen und damit 4. Welt-MS-Tag soll zeigen, wie man das Leben gestalten kann mit und trotz der chronischen Erkrankung MS, einer chronischen Entzündung des Zentralen-Nervensystems.

Die Diagonose erfolgt meist im jungen Erwachsenenalter und ist ein Schock, zukünftig begleiten einen nicht nur die symptomatischen Folgen der Krankheit, sondern das ganze Leben steht unter einer neuen erschütternden Überschrift. Die Folgen der Multiplen-Sklerose sind trotz medizinischer Versorgung nich klein zu reden, denn das Leben mit einer nicht heilbaren Erkrankung, von der man nicht weiß, was sie morgen mit einem macht, wo die nächsten Ausfälle entstehen etc. ist nicht "normal" zu nennen. Und gerade deswegen ist es wichtig, wie man diesen außergewöhnlichen Lebensweg so gestaltet, dass er wieder ein Stück Normalität erlaubt, Erüllung gibt und nicht nur Verluste zählt, Perspektiven zulässt und nicht nur ein Warten auf den nächsten Krankheitsschub darstellt.

Es gilt ein Leben mit Multiple Sklerose zu entwickeln, nicht gegen MS, also ein Probieren der verbliebenen Möglichkeiten. MS ist ein ungebetener Gast im Leben, den man zwar verachten kann, aber der sich immer wieder in den Vordergrund drängen wird, der vieles Abseits stellt und unmöglich werden lässt, dem die Betroffenen aber die Gewalt über das ganze Leben mühsam wieder und wieder streitig machen. MS bedeutet nicht automatisch Leben im Rollstuhl, es ist also besser als befürchtet, in vielen Lebenssituationen ist es dennoch dramatischer und drastischer als erträglich. Wer kann sich schon vorstellen z.Bsp. mit 24 Jahren in Erwerbsunfähigkeitsrente zu gehen, abgeschnitten von der zur Identität in unserer Gesellschaft gehörenden beruflichen Karriere und ohne Aussicht auf ein auskömmliches Einkommen. Und dennoch sind MS-Erkankte keine Trauerklöße, sondern führen ihr Leben, das sie sich nicht aus der Hand nehmen lassen, mit viel Elan. Besonders eindrücklich wird dies bei den Treffen der MS-Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf. Denn dort heißt es UNSER Leben mit MS, d.h. MS-Betroffene treffen sich um durch den Austausch der Erfahrungen über die Erkrankung leichter damit fertig zu werden, aber viel mehr noch um Spaß zu haben, Kontakte zu pflegen, Raus zu kommen, einfach um etwas zu erLEBEN.

Zum Welt-MS-Tag am 30.05.2012 von 10.00 bis 17.00 Uhr brachte die MS-SHG-Marburg-Biedenkopf all dies den Passanten in der Universitätstraße in Marburg durch einen Infostand und die persönliche Konfrontation näher. Bernd Gökeler, der Leiter der Selbsthilfegruppe ist zufrieden darüber, dass es wieder gelungen ist, so vielen Menschen zeigen zu können, dass Leben mit MS keine graue Theorie ist, sondern dass die drastische Realität einer unheilbaren Krankheit mit fröhlichen Gesichtern verbunden sein kann.

Text: Bernd Gökeler

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