Welt MS Tag 2015

MS reißt Löcher in den Alltag - Welt MS Tag 2015

27.05.2015
Ganz nach dem Motto des Welt-Multiple-Sklerose-Tages gestaltete die MS SHG Marburg-Biedenkopf Ihre Infoaktion auf dem Gerhard-Jahn-Platz. Im Mittelpunkt stand die aktive Begegnung mit Passanten, um auf die Probleme im Alltag von Chronisch Kranken und Behinderten Menschen und die Arbeit der Selbsthilfegruppe im Landkreis aufmerksam zu machen. Der Infostand war daher vielfältig mit Infomaterial zu den Themen Multiple-Sklerose, Behinderung, Pflege, Erwerbunfähigkeitsrente, Teilhabeleistungen, Armutsbericht, Barrierefreies Bauen,  Gemeinschaftliche Wohnformen, etc. bestückt.  Daneben haben die Mitglieder der Gruppe die Gewerbetreibenden vor Ort, die Banken ja auch eine Krankenkasse aufgesucht, um den sonst abstrakten Anliegen ein Gesicht zu geben.

MS reißt Löcher in den Alltag, weil die Kräfte weniger werden, um den Ansprüchen im Beruf, in der Familie etc. gerecht zu werden, weil die schnelle Erschöpfbarkeit die Vorhaben für den nächsten Tag unmöglich macht, weil Schmerzen enge Grenzen setzen, weil Spastiken und Lähmungen den Bewegungsradius einengen, weil kognitive Defizite Planung und Kommunikation verringern, weil eine lebensbegleitende und unberechenbare Erkrankung die Psyche belastet etc. weil MS eben 1.000 und 1 Gesichter hat.

Aufgabe ist es die Löcher im Alltag nicht zu schwarzen Löchern werden zu lassen, die den MS-Betroffene als Mensch bedrohen, durch das Fortschreiten der MS zu verschlucken drohen. Und dazu braucht es mehr als nur die Medizin, dazu braucht es Akzeptanz der entstehenden Defizite im persönlichen Umfeld und am Arbeitsplatz, eine Erwerbsunfähigkeitsrente die über den momentan durchschnittlichen 613,- € liegt, bezahlbaren barrierefreien Wohnraum mit der notwendigen barrierefreien Infrastruktur, bezahlbare barrierefreie Mobilität, dazu muss die Teilhabeleistung ohne Bedürftigkeitsprüfung gewährt werden, dazu braucht es Kranken und Pflegekassen, die die Bedürfnisse der Chronisch Kranken in den Mittelpunkt stellen, etc.

„Inklusion ist ein Menschenrecht“, so Bernd Gökeler, der Gruppenleiter der MS SHG Marburg-Biedenkopf, „aber sie muss gelebt, bedacht, bezahlt etc. werden, nur über Inklusion reden hilft wenig gegen die schwarzen Löcher im alltäglichen Leben mit MS.“

Bernd Gökeler

Ein Kommentar

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